Gesetzlich verankert: Homecare-Versorgung

Der Begriff Homecare beschreibt die Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim mit Hilfsmitteln, enteraler Trink- und Sondennahrung und Verbandmitteln. Diese erfolgt oftmals im Anschluss an einen Klinikaufenthalt und wird durch geschultes medizinisch-pflegerisches Fachpersonal betreut.

Das Fachpersonal übernimmt keine direkte Pflege – hierfür sind ambulante Pflegedienste zuständig. Vielmehr kümmern sich unsere Homecare-Mitarbeiter um die Bestellung und Versorgung mit den Hilfsmitteln, erklären den Patienten und ihren Angehörigen die richtige Anwendung und helfen bei Kassenfragen. 

Homecare umfasst 5 Servicebereiche:

Überleitungsmanagement

Auf Wunsch des Patienten berät ein Homecare-Mitarbeiter bereits in der Klinik über die Versorgungsmöglichkeiten außerhalb der Klinik und kümmert sich um alle dafür notwendigen Formalitäten sowie notwendigen Produkte.

Beratung

Außerhalb der Klinik können auch der behandelnde Arzt oder die Krankenkasse eine Homecare-Versorgung veranlassen. Auf ausdrücklichen Wunsch kommt der Homecare-Mitarbeiter zum Patienten nach Hause und informiert ihn und seine Angehörigen über den Gebrauch der Produkte, wie z.B. der Hilfsmittel und den Therapieverlauf im Rahmen der Homecare-Versorgung.

Schulung

Homecare-Fachkräfte sind Spezialisten für medizinische Ernährung, Verbandmittel oder Hilfsmittel. Sie schulen den Patienten, die Angehörigen und auf Wunsch die Pflegefachkräfte hinsichtlich der Anwendung.

Koordination

An der Versorgung des Patienten sind außer den Angehörigen noch weitere Partner beteiligt: der Hausarzt, die Pflegefachkraft und der Apotheker. Die Homecare-Fachkraft koordiniert den Informationsaustausch unter allen Beteiligten und dokumentiert den Therapieverlauf im Rahmen der Homecare-Versorgung.

Versorgung mit Hilfsmitteln

Homecare-Fachkräfte behalten den Therapieverlauf im Rahmen der Homecare-Versorgung im Blick und lassen bei Bedarf und nach ärztlicher Verordnung den Patienten mit neuen Produkten beliefern.

Gesetzlicher Anspruch

Der gesetzliche Anspruch begründet auch die Homecare-Versorgung. Diesen Anspruch sichert das Sozialgesetzbuch (SGB V) in den §§ 31 und 33. Die Hauptbereiche verteilen sich wie folgt: 

  • Verbandmittel (§ 31 Abs. 1 SGB V),
  • Arzneimittel (§ 31 Abs. 1 SGB V),
  • Bilanzierte Diäten, wie z.B. Trink- und Sondennahrung (§ 31 Abs. 5 SGB V),
  • Hilfsmittel, wie z.B. Ernährungspumpen oder Artikel zur Stoma- und Inkontinenzversorgung (§ 33 SGB V).

Homecare: der Patient hat die Wahl 

Nur Homecare-Unternehmen, die Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen haben, dürfen als Leistungserbringer auftreten. Patienten haben immer die Wahl: je nach Therapiebereich dürfen sie sich für einen Dienstleister entscheiden und diesen bei Bedarf auch wechseln.

Leistungserbringer sind laut § 127 Abs. 5 des fünften Sozialgesetzbuchs verpflichtet, den Versicherten vor Inanspruchnahme der Leistung zu beraten, welche Hilfsmittel und zusätzliche Leistungen nach § 33 im Einzelfall geeignet und notwendig sind (§ 127 Absatz 5 SGB V).

Homecare-Unternehmen

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